09.02.2013 – Trip nach Delhi

Der Flieger war voll. Und das nicht mit Indern, sondern mit allen möglichen Reisegruppen, die alle den Direktflug nach Delhi wählten. Air India hatte für uns aber eine Überraschung parat: Sitze am Notausgang. Nicht, dass wir auf einen möglichen Absturz spekulierten und so

dir Ersten wären, die aus der Maschine kommen, sondern weil wir hier niemanden vor uns hatten, der ungefragt die Rücklehne runterklappt und vor allem hatten wir die grenzenlose Beinfreiheit, bei der selbst Business-Class Reisende vor Neid erblassen.

Wo Licht ist, gibt es bekanntlich auch Schatten. Und das wurde uns auch gleich bewusst, als wir Platz nahmen. Die Sitze waren unglaublich eng. Da bei diesen Sitzen der Klapptisch in der rechten Seitenarmlehne verstaut ist, ist die Lehne zwar 10cm dicker, aber die Sitzfläche um 10cm schmaler. In der linken Seitenarmlehne ist die Fernbedienung für das Entertainment System verstaut. Die konnte ich nun mit meiner Oberschenkelmuskulatur bedienen. Mal habe ich nach der Stewardess geklingelt mal das Licht eingeschaltet.  Der Sicherheitsgurt war nicht nötig. Der Sitz hielt uns schon fest in seinem Bann.

 

Die gezeigten Filme kannte kein Mensch aber das wurde durch den guten Service entschädigt. Bei der ersten Bierbestellung bekam ich gleich 2 Dosen Tiger Bier, witzigerweise ein Bier made in Singapur. Ich bestellte einen Gin Tonic, bekam aber auch gleich 2 kleine Tonic Dosen und 2 kleine Gorden‘s Dry Gin Fläschchen.

Der Flug verlief ohne Zwischenfälle und auch ohne Schlaf. Claudia hatte das Glück einer nervigen Hinterfrau, die gefühlte 100 mal aufstand, sich dabei an Claudias Rückenlehne hochzog und sich nach 30 Sekunden in gleicher Weise wieder hinsetzte.

 

Highlight aber war die Landung. Aufmerksamen Lesern kommt gleich unsere Statistik in den Sinn (siehe Preview Indien 2013), das Air India diverse Probleme bei der Landung hatte.

 

Also Landen scheint nicht wirklich das Ding der Piloten zu sein. Wir schlingerten nach dem ersten Bodenkontakt dermaßen über das Rollfeld, dass es selbst der uns bei der Landung gegenübersitzenden Stewardess mulmig wurde. Alles ging gut, sonst würde es jetzt nichts in unserem Reiseblog zu lesen geben.

Die Taxifahrt vom International Terminal nach Delhi Parah Ganj, dem Viertel für Rucksackreisende, kostet am Prepaid Taxistand 350 Rupien und man hat gut 45 Minuten Spaß im Verkehr ohne Regeln und Grenzen. Unser Taxi hatte zum Beispiel keine Außenspiegel (es wird eh nicht nach hinten gesehen) und der Tachometer zeigte konstant 0 km/h an. Unser Fahrer war auch um seine Sicherheit besorgt und schnallte sich an. Ein Luxus, den die Passagiere des Taxis nicht haben. Der Gastank ( in Delhi sind alle Taxis, Bus, Rikshaws seit Jahren schon auf Gas umgerüstet) befindet sich auch direkt hinter der Rückbank, was uns bei einem Unfall wohl direkt in‘s nächste Leben befördert hätte.

Kurz vor unserem Ziel fragte der Fahrer uns, ob er mal kurz an einer sehr guten Süßigkeiten Manufaktur halten könnte. Wir riefen „No !!!”,  war ihm natürlich egal und schon standen wir.

 

„5 Minutes” raunte er nach hinten und war auch schon verschwunden. 5 Minutes heißt in Asien so viel wie… ich komme dann mal irgendwann wieder.

Den Schlüssel hatte er natürlich stecken lassen-

Für eine Millisekunde hatte ich den Gedanken, den Wagen einfach umzuparken, diesen aber sofort wieder verworfen, weil ich bei dem Verkehr und der chaotischen Fahrweise nach 3 Sekunden einen Massencrash verursacht hätte. Claudi hingegen wollte ihn sofort erwürgen,

Hier zeigt sich der Nachteil der Vorauszahlung: Hätten wir nichts gezahlt, wären wir einfach ausgestiegen und das nächste Gefährt genommen. So aber hatten wir kein Druckmittel in der Hand, ok, Erwürgen wäre natürlich noch gegangen.

Nach 20 Minuten war er wieder da mit einer riesen Tüte Süßigkeiten. Der Laden ist dann auch sowas wie das Kaffee Sacher für Wien oder  Wackers Kaffee in Frankfurt. Er gab uns auch zu probieren und es war auch richtig lecker, was ihm wohl das Leben (Claudia wollte noch erwürgen) gerettet hat.

Nach etwa 500m weiterem Fußmarsches kamen wir am Hotel Raveena Palace  am Main Basar an. Waren letztes Jahr die Zimmer noch recht schick, hatten die Zimmer in den letzten 365 Tagen doch stark am Verfall gelitten. Zum Glück ist gleich nebenan ein neues Hotel entstanden, sogar mit Aufzug und  Kabelfernsehen. Die genannten 1000 Rupien konnten wir auf 800 Rupien runterhandeln.

Im Raveena Palace wird gebaut und das rund um die Uhr

Im Raveena Palace wird gebaut und das rund um die Uhr

 

Trotz 2 stündigem Mittagsschläfchen waren wir mehr als fertig. Ich habe den Freitag noch gearbeitet und wir waren nun mehr als 30 Stunden ohne Schlaf.

Wir gingen noch abendessen in das Diamond Cafe, ein Restaurant, daß schon seit Jahren zu den Top Adressen in Parah Ganj zählt und in jedem Reiseführer wie Lonely Planet positiv erwähnt wird. Man musste immer um ein Plätzchen bangen aber heute ist es wie ausgestorben. Den Grund dafür geben wir dann beim nächsten Mal preis.

 

Parah Ganj empfing uns rauh, aber herzlich

Parah Ganj empfing uns rauh, aber herzlich

Das Diamond Cafe, irgendwie ohne Kundschaft

Das Diamond Cafe, irgendwie ohne Kundschaft

 

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